MIRIAM VLAMING

ÜBER DIE KÜNSTLERIN

Miriam Vlaming, 1971 in Düsseldorf geboren, lebt und arbeitet in Berlin.
 

Die Malerin Miriam Vlaming hat in ihrer geheimnisvollen Bildwelt stets das Ganze im Blick. Es dürfte nur wenige geben, die sich den großen Themen stellen. Zu ihnen gehört Miriam Vlaming. Sie bevorzugt eine Ästhetik im Zwischenreich von Werden und Vergehen, von Vergangenheit und Jetzt: „Es sind die Brüche und Widersprüche, die mich interessieren, …der Moment, nachdem oder bevor etwas passiert ist, …nicht die große Historie“. Es sind immer wieder landschaftsartige Bildräume, die von Andeutungen an die Natur und an menschliche Figuren leben, Szenarien, die sich als höchst fragil erweisen bis hin zur gezielten Auflösung und Abstraktion. Viele Gemälde haben die Anmutung einer alten, ausgeblichenen und stark beschädigten Farbfotografie, deren Motiv sich eher erahnen als wirklich deuten lässt. Tatsächlich lässt sich die Künstlerin häufig von Fotografien inspirieren – sei es von solchen aus alten Alben oder von aktuellen Bildern aus Printmedien oder dem Internet. Susanne Altmann nennt die Künstlerin eine „visuelle Anthropologin“. Tatsächlich geht es Miriam Vlaming um das Rätsel dessen, was wir wahrnehmen und schon längst zu kennen glauben. Egal ob in der sichtbaren Welt oder in den fotografischen Fundstücken, die ihr als Impulse dienen. Ungelöste Fragen eröffnen sowohl der Künstlerin als auch den Rezipienten ihrer Bilder jene Räume, die es ermöglichen, eigene Geschichten daraus zu spinnen. Es ist eine offene Form der Erzählung, die nichts festlegt und das Temporär-Prozesshafte betont. Die Bild- und Vorstellungswelt der Malerin Miriam Vlaming entschlüsselt und verklärt zugleich.Das Frappierende: Bei Miriam Vlaming wird die eingesetzte malerische Technik zur analogen Entsprechung des Inhalts. Der informelle Auftrag der Eitemperafarben lässt stellenweise die darunter liegenden Ebenen durchscheinen, manche Passage wird mit Terpentin wieder gelöst und abgewaschen, verdünnte Farben rinnen über die schräg gestellte Leinwand, Farbinseln erlauben Durchblicke in tiefere Schichten. Das entrückt die Bilder einer klaren Lesart. Manchmal auch dienen neben der Aneignung fotografischer Vorlagen verworfene eigene Werke nach Jahren noch als Malgrund für einen neuen Anfang, der das alte überwuchert, aber nicht vollends verdeckt. Schicht um Schicht legt sich eine weitere Geschichte über das Bild. So werden die Bilder selbst zu einem Archiv früherer Arbeitsprozesse. Es obliegt den Betrachtern, die Sedimente assoziativ zu erfassen.Es sind vieldeutige Metaphern, mit denen die Künstlerin spielt. Es ist auch ein Spiel mit dem Publikum, das sich an Sichtbares klammert und sich dann doch im Bild verliert. Und immer geht es um Seelenzustände, die sich im Ergebnis ihres Malprozesses spiegeln. Miriam Vlaming erschafft so einen Kosmos aus Bildern, der uns anrührt und berührt. Eine Malerei zwischen Himmel und Erde, die uns nicht mehr loslässt. Es sind Bilder, die uns zu unserer eigenen Natur zurückführen und uns als Menschen auf unseren Kern zurückwerfen. Es hat somit seinen guten Grund, warum Miriam Vlamings Bilder in Museen und Sammlungen weltweit vertreten sind: Sie stillen ein tiefes menschliches Bedürfnis nach Erkenntnis.

Martin Oswald

SAMMLUNGEN

Altana Kunstsammlung, Bad Homburg, Deutschland.
Unternehmenssammlung Robert Bosch GmbH, Stuttgart, Deutschland.
Sammlung der Deutschen Bundesbank, Berlin, Deutschland.
Sammlung Frisch, Berlin, Deutschland.
Sammlung Kerber, Bielefeld/Berlin, Deutschland.
Sammlung Kleinsimlinghaus, Krefeld, Deutschland.
Kulturhaus Leuna, Leuna, Deutschland.
Kunstfonds des Freistaates Sachsen, Dresden, Deutschland.
Kunsthalle der Sparkasse Leipzig, Leipzig, Deutschland.
Kunsthalle G2 Collection Hildebrand, Leipzig, Deutschland.
Museum der Bildenden Künste, Leipzig, Deutschland.
Sammlung Philara, Düsseldorf, Deutschland.
Sammlung Richter, Düsseldorf, Deutschland.
SØR Rusche Sammlung, Oelde/Berlin, Deutschland.
Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Dresden, Deutschland.
VNG Art – Sammlung für Zeitgenössische Kunst, Leipzig, Deutschland.
Von der Heydt-Museum, Wuppertal, Deutschland.

VITA

Ausbildung 

1991–1993
Studium der Erziehungswissenschaften mit Studienabschluss Vordiplom Diplompädagogik, Soziologie und Psychologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Deutschland.

1994-1999
Studium der Malerei und Grafik mit Studienabschluss Diplom mit Auszeichnung der Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig, Deutschland.

1999–2001
Gaststudium der Malerei Fachklasse Prof. Jan Dibbets Kunstakademie Düsseldorf, Deutschland.

1999-2001
Meisterklasse mit Studienabschluss Meisterschülerin von Prof. Arno Rink Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig, Deutschland.

Preise

1999
Auszeichnung für das Diplom der Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig, Deutschland. 

Lehrtätigkeit

1999-2000
Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig/Assistentin Abendakademie.

1999-2001
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) / Lehrauftrag für Architekturperspektive. 

2001-2003
Hochschule für Kunst und Gestaltung, BTK Berlin / Lehrauftrag für Illustration. 

2011
Sommerakademie Dresden Lehrauftrag für Malerei an der 14. internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst in Dresden, Deutschland. 

Stipendien/Reisen

1999-2001
Sächsisches Landesstipendium Graduiertenförderung für das Meisterstudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig, Deutschland.

2001
Arbeitsaufenthalt in Kenia, Ostafrika / gefördert durch das Graduiertenstipendium.

2005
Auslandsstipendium in Columbus, Ohio, USA gefördert durch den Freistaat Sachsen, Deutschland und The Greater Columbus Arts Council (GCAC), Ohio, USA.

2010
Auslandsstipendium in Herzlia, Israel gefördert durch die Kulturverwaltung des Landes Berlin organisiert von schir in Zusammenarbeit mit Artists’ Residence Herzliya, Israel

EINZELAUSSTELLUNGEN

2018
Miriam Vlaming. Seltsam, im Nebel zu Wandeln – Kunstverein Duisburg. Miriam Vlaming. (Kommend)
Miriam Vlaming – Galerie Von & Von, Nürnberg. (Kommend)
Der Mensch. Das Wesen – Museum für Zeitgenössische Kunst. Dieter Kuhnert, Ottobeuren. (Kommend)
Malen – Orangerie der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau.

2017
No Time For Crying – Galerie Rother & Winter, Wiesbaden.
Treasure World – Galerie Tristan Lorenz, Frankfurt/Main.

2016
Eden – Galerie Dukan, Paris.
Drifter – Zerp Gallery, Rotterdam.
Wonderland – Freshfields Bruckhaus Deringer, Düsseldorf. Eden – Galerie Dukan, Leipzig.

2014
Fool’s Paradise – Villa Goecke, Krefeld. Alabaster – Villa Goecke, Krefeld.
Muse – Galerie Martin Mertens, Berlin.

2012
It is March and March is not yet May – Galerie Martin Mertens, München.

2011
Unknown Land / @ the Berlin Space – Alexander Ochs Galleries | Beijing, Berlin.
Gnosis – Galerie Wolfgang Gmyrek, Düsseldorf.

2010
Miriam Vlaming | 兰姆·芙拉明 – Every Single Day | 每 天 – Alexander Ochs Galleries | Beijing, Peking.
Wahre Sagen – Galerie Martin Mertens, Berlin.

2009
Für Immer – Alexander Ochs Galleries | Beijing, Berlin.
Habseligkeiten – Galerie Wolfgang Gmyrek, Düsseldorf.

2008
You Promised Me – Städtische Kunsthalle Mannheim, Mannheim.
You Are Wearing a Mask – Galerie Martin Mertens, Berlin.

2007
Afterall – maerzgalerie, Leipzig.
Good Morning Revival – Moti Hasson Gallery, New York, NY.

2006
Miriam Vlaming – Galerie Christa Burger, München.
Survivors – Galerie Stefan Denninger, Berlin.
Neverlasting Summer – Galerie Wolfgang Gmyrek, Düsseldorf.

2005
Miriam Vlaming. – maerzgalerie, Leipzig.

2004
Expedition – Galerie Stefan Denninger, Berlin. Vlaming. – maerzgalerie, Leipzig.
2001
In Between – maerzgalerie, Leipzig.

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